Verhalten beim Aikido-Training
Aufmerksamkeit
Beim Betreten des Dojos (Übungsraum, jap. „Ort des Weges“) verneigt man sich. Die Verbeugung zeigt, dass man den Raum bewusst betritt. Man hat die Atmosphäre geprüft und hat registriert wer anwesend ist. Man schaltet ab und lässt die Alltagsprobleme vor der Türe.
Dann sucht man sich seinen Platz und setzt sich im Kniesitz hin.
Beim Verlassen des Dojos verbeugt man sich wieder bewusst in Richtung Kamiza (zentraler Platz in der Mitte des Raumes). Dabei prüft man, ob man all seine Sachen wieder dabei hat, sich von allen verabschiedet hat und ob im Raum alles in Ordnung ist.
Wenn etwas zu tun ist, erledigt man das unauffällig und von sich aus. Vielleicht gibt es etwas zu Reinigen, etwas vorzubereiten oder jemand benötigt Unterstützung.
Das Training beginnt
Alle Schüler warten im Kniesitz (Zaho) auf den Sensei, bzw. den jeweiligen Trainer still und ruhig. Reden stört diejenigen, die diese Zeit nutzen wollen um zur Ruhe zu kommen. Anschließend verneigt man sich gemeinsam vor Zentrum des Raumes, der Kamiza. Im Aikido wird sie meistens durch ein Bild des Begründers Morihei Uyeshiba repräsentiert. Für Europäer sind Verbeugungen am Anfang seltsam, aber sie sind im japanischen Kulturkreis tief verwurzelt. Aikido ist keine Religion und für Angehörige jeder Glaubensrichtung geeignet. Das Verbeugen zwischen Sensei, bzw. Trainer und den Schülern stellt den eigentlichen Beginn des Trainings dar und wird mit einem simplen “Onegaishimasu” (“Ich bitte darum”) seitens der Schüler quittiert.
Während des Trainings
Üblicherweise – und um wertvolle Zeit zu sparen – fordert man den Trainingspartner neben sich auf. Dabei dreht man sich aufeinander zu, so dass ein Verbeugen im Zaho möglich ist und quittiert diese Aufforderung mit “Onegaishimasu”. Dies sollte schnell und leise von statten gehen. Insofern sucht man sich seinen nächsten Trainingspartner schon beim Hinsetzen aus. Allgemeines zu der Art der Verbeugung Wird man zu Demonstrationszwecken aufgefordert, verbeugt man sich üblicherweise auf gleicher Höhe, sofern nicht ein gravierender Unterschied in den Dan-Graden zwischen Sensei und Uke vorherrschen sollte.
Das Wichtigste ist ein achtsamer und respektvoller Umgang mit seinem Partner. "Der Partner gibt einem seine Gesundheit in die Hand!"
Edmund Kern Shihan, 8. Dan
Man sollte aber darauf achten, die Trainingspartner möglichst oft zu wechseln und mit den unterschiedlichsten Leuten zu trainieren.
“Nicht der Kopf verneigt sich, sondern das eigene Zentrum vor dem des Anderen.”
Edmund Kern Shihan, 8. Dan
Sobald man jemanden zum Trainieren aufgefordert hat, sucht man sich einen Platz zum Üben aus. Beim Aufsuchen des Platzes behält man seinen eigenen Partner, wie auch alle anderen Anwesenden im Auge. Im Dojo ist es nicht weiter tragisch, wenn sich der Partner ein Scherzchen erlaubt, im Leben sollte man aber nichts übersehen.
Beim Aikido kommt man zwangsläufig mit dem Gegenüber in Körperkontakt. Aus Respekt vermeidet man unnotwendige Berührungen und stellt sofort den notwendigen Mindestabstand wieder her.
Der „Erklär-Bär“: Immer wieder kommt es vor, dass mehr oder weniger Fortgeschrittene glauben, eine Technik gut verstanden zu haben und sie dem Anfänger oder – in besonders schlimmen Fällen – auch höher Graduierten ausführlich erklären müssen. Meistens gibt es verschiedene oft gleichwertige Möglichkeiten, Techniken auszuführen. Lange Diskussionen halten nur vom Training ab. Man muss eine Technik aus dem Bauch heraus ausführen können, damit sie auch wirklich funktioniert. Und da hilft es nur, die Technik zu üben, zu üben, zu üben.
Trainer
- Gerald Gunsch, 6. Dan (Ishin-Denshin-Ryu)
- Raimondo Mendolia, 6. Dan (Aikikai)
- Christian Schöll, 4. Dan
- Klaus Windisch, 3. Dan
- Tobias Schmidhuber, 3. Dan
- Bettina Lichtenberger, 1. Dan
- Christian Sternagel, 2. Dan
- Jenny Groß, 1.Kyu

