Aikido
AI
Die Übersetzung von „AI“ bedeutet „Harmonie“, ein Wort, über dessen Bedeutung in den östlichen Kulturen ganzen Bücher schreiben könnte. Wir reagieren nicht auf einen Angriff, das wäre zu spät! Die Verteidigung synchronisiert sich mit der Angriffsbewegung sowohl räumlich (richtiger Abstand) als auch zeitlich. Der Verteidiger nimmt eine Position ein, in der er nicht getroffen wird und die Angriffsenergie weiterleiten kann. Es gilt, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, sowohl geistig als auch mit dem ganzen Körper, den Beinen und den Händen.
Ängste, Sorgen und Hoffnungen bewegen unseren Geist in die Vergangenheit oder in die Zukunft. Der einzige Moment unseres Lebens, den wir beeinflussen und gestalten können, ist das JETZT, der einzige Ort das HIER. Nur HIER und JETZT können wir unsere volle Kapazität entfalten.
KI
Der Europäer lokalisiert das Zentrum seiner Persönlichkeit im Kopf (Vernunft), der Indianer im Herzen (Emotionen). In den östlichen Kulturen liegt es im Zentrum des Körpers, im Bauch oder Hara, 2 cm unterhalb des Nabels, im Körperschwerpunkt. Diese Überlagerung des geistigen und körperlichen Zentrums ist nur bei gerader, aufrechter Haltung gewährleistet.
Das führt uns zum KI, der Energie. Hierbei handelt es sich nicht um körperliche Kraft, sondern mehr um die Energie, die in den Akupunkturmeridianen fließt und die allem zu Grunde liegt. Um Ki fließen zu lassen, müssen wir nach Tohei Sensei vollkommen entspannt, aber nicht erschlafft sein und das Gewicht „unten halten“.
Der Aikidoka stellt eine Einheit zwischen Körper und Geist her, die es ermöglicht, sein volles Potential in Hier und Jetzt zu entfalten.
DO
Das klingt schön und schaut faszinierend aus. Um es selbst zu lernen, muss man einen Weg der Entwicklung gehen – das „DO“ – und regelmäßig üben. Die technische Entwicklung verändert uns geht mit einer persönlichen Entwicklung einher.
Im Aikido stehen über 1000 Techniken zur Verfügung. Jede Technik kann links und rechts, sowie „aktiv“ und „passiv“ ausgeführt werden, was das Programm schon einmal viertelt. So gelangen wir zu überschaubaren 17 Grundtechniken, die gegen mit 17 Basis-Angriffe geübt werden. Alle Techniken basieren wieder auf wenigen gemeinsamen Grundprinzipien wie aufrechte Haltung, Koordination mit der Atmung, Timing, Abstand und Entspannung. Verbessere ich eines dieser Prinzipien kann ich damit ALLE beherrschten Grundtechniken gleichzeitig verbessern.
Auf höherem Dan-Niveau kann man ohne Technik auch mit den Prinzipien direkt arbeiten, was als „Kokyu“ bezeichnet wird. Hier fängt das eigentliche Aikido an.

