Meine Vorwärtsrollen gleichen dem Ereignis, das der Warnung eines Waldarbeiters folgt, wenn er ruft: “Baum fällt!!”, und haben rein gar nichts mit dem geschmeidigen, lautlosen Rollen eines geübten Aikidoka zu tun!
Und bei den scheinbar einfachsten Übungen drehen sich meine Gehirnwindungen in alle Richtungen und damit meine Gelenke immer genau in die Falsche.
Deshalb wollte ich eigentlich gar nicht zum Lehrgang letztes Wochenende mit Edmund Kern. Schande über mich, wenn ich nicht einmal die einfachsten Grundzüge beherrsche!
Aber dann hat mich das Rundschreiben neugierig gemacht, und auch die Aufmunterungen, dass auch für die blutigsten Anfänger dabei was heraus springen kann. Also hat die Neugierde über die Scham gesiegt und ich bin dort hin. Wenn alles schief geht, kann man sich ja in der Pause unbemerkt in Luft auflösen.
Ich habe es nicht bereut! Keiner hat blöd geschaut, nicht mal aus den Augenwinkeln. Im Gegenteil: Alle, mit denen ich trainiert habe waren hilfsbereit und verständnisvoll, auch diejenigen, die ich zum ersten Mal gesehen habe. Und niemand hat meine schönen Vorwärtsrollen verspottet. Die Atmosphäre dort war toll! Ich verstehe zwar sicher bei Weitem noch nicht, worum es beim Aikido geht, aber die Vorstellung, dass es sich dabei um eine Haltung oder Einstellung sich Selbst oder dem Leben gegenüber handeln könnte, hat mich dort wie eine Ahnung berührt.
Beim nächsten Lehrgang bin ich hoffentlich wieder dabei – mit oder ohne Rolle!
Liebe Grüße, Ulli

